Verschiedene Ladetechniken im Überblick

Smartphones werden von Generation zu Generation immer schneller, größer, besser. Die Displays wachsen, die Auflösung steigt, die Prozessoren bekommen mehr Kerne und der Speicher wird größer. Dennoch bleibt ein Bauteil bisweilen auf der Strecke: der Smartphone-Akku. Hierbei spielt es keine Rolle, ob das Smartphone von Apple, Google, Samsung oder einem anderen Hersteller ist. Die Akkuproblematik betrifft derzeit alle Modelle am Markt.

Man kann das beste Smartphone der Welt haben, wenn der Akku nach wenigen Stunden aufgibt, macht solch ein Gerät keine Freude. Um die verhältnismäßig kurzen Akkulaufzeiten der aktuellen Smartphones aufzufangen und zu steigern, gibt es verschiedene Möglichkeiten Smartphones mit und ohne Steckdose aufzuladen. Denn längst nicht immer, wenn der Akku schlapp macht, ist eine Steckdose in Reichweite.

Die im Folgenden vorgestellten Techniken sollen Ihnen helfen sich zu entscheiden, welche Smartphone-Ladetechnik die Beste für Sie ist. So werden unterschiedlichste Techniken vorgestellt, um sein Smartphone unterwegs im Auto, in der Bahn, mit Sonne, Akkus oder der eigenen Muskelkraft aufzuladen.

Um die Kapazität eines Energiespeichers einschätzen zu können, ist es wichtig Begriffe wie Milliamperestunden (mAh) zu kennen, die die Leistungsfähigkeit eines Akkus beschreibt. Kurz und knapp, je mehr mAh ein Akku hat, umso öfter kann man ein Gerät damit aufladen. Mehr dazu finden Sie auch in unserem Lexikon und in unseren F.A.Q. – den am häufigsten gestellten Fragen.

Powerbanks – die mobilen Akkus

PowerbankBei Powerbanks handelt es sich um externe Akkus bzw. Akkupacks. Eine Powerbank hat im Normalfall einen fest verbauten Akku, der je nach Größe der Powerbank eine Kapazität von wenigen hunder bis mehreren tausend Milliamperestunden haben kann.

Aufgeladen werden Powerbanks mittels passendem Netzteil an einer Steckdose oder über ein (meist) beiliegendes USB-Kabel.

Ist die Powerbank einmal aufgeladen, lassen sich über deren USB-Anschlüsse alle beliebigen USB-Geräte wie z.B. Smartphone, Tablet oder Fitnessarmband aufladen.

Powerbanks gibt es in verschiedenen Größen und Preisklassen. Grundsätzlich gilt folgende Faustregel: Je größer die Powerbank, umso höher die die Akkukapazität und umso öfter kann das Smartphone aufgeladen werden.

Leider steigt mit der Akkukapazität auch der Preis einer Powerbank. Einsteigergeräte mit kleinem Akku gibt es ab 10€. Nach oben gibt es preislich jedoch kaum eine Grenze.

Eine Übersicht über gängige und getestete Powerbanks finden Sie auf unserer Powerbank-Detailseite. Vertrauen Sie lieber auf die Erfahrung anderer Kunden, dann schauen Sie doch einmal die Powerbank Bestseller-Liste an, die sich aus den tagesaktuellen Amazon-Verkaufszahlen zusammensetzt.

Batteriegehäuse

BatteriegehäuseBatteriegehäuse sind ein Ableger der Powerbanks. Optisch gleichen sie den normalen Powerbanks, unterscheiden sich jedoch in der Hinsicht, dass der Akku nicht fest verbaut ist.

Diese Tatsache ist sowohl Vor- als auch Nachteil. Dadurch, dass neben Akkus auch Batterien eingesetzt werden können, ist man mit einem Batteriegehäuse etwas flexibler als mit einer Powerbank. Sind die eingelegten Batterien leer, kann man im Laden direkt eine Packung neue Batterien kaufen und sofort weiterlasen, wohingegen bei einer Powerbank erst die Powerbank an einer Steckdose geladen werden müsste.

Der Nachteil an einer Batteriegehäuse-Lösung liegt in der Akkukapazität und den laufenden Kosten. Bei Betrieb mit Batterien, entstehen für jede Ladung neue Kosten. Entscheidet man sich für den Betrieb mit Akkus (wiederaufladbaren Batterien), kommt der Faktor der Akkukapazität hinzu. Bei einer echten Powerbank ist meist ein effizienterer Lithium-Ionen-Akku (Li-Ion) mit einer höheren Kapazität verbaut.

Ein Batteriegehäuse macht also dann Sinn, wenn man kurzfristig Strom braucht und noch unabhängiger von Steckdosen sein möchte. Dafür ist der Betrieb auf Dauer auch etwas teurer.

Eine Übersicht über aktuelle Batteriegehäuse finden Sie in unserer Übersicht.

Solarladegeräte

Solarladegerät ohne AkkuSolarladegeräte bieten die Möglichkeit, fernab von jeder Steckdose, Smartphones und Tablets aufladen zu können. Prinzipiell gibt es zwei Typen von Solarladegeräten. Jene mit eingebautem Akku und jene ohne.

Hat ein Solarladegerät einen eingebauten Akku, so kann das Ladegerät tagsüber in die Sonne gelegt werden und lädt dabei den Akku auf. Abends oder nachts kann dann das Smartphone über den eingebauten Akku des Ladegeräts geladen werden.

Bei Solarladegeräten ohne eingebauten Akku macht es Sinn mit dem Ladegerät erst eine Powerbank (siehe erster Absatz dieses Artikels) aufzuladen und das Smartphone abschließend mit der Powerbank aufzuladen.

Dieses zweistufige Laden ist aus mehreren Gründen sinnvoll. So brauchen Solarladegeräte relativ lange um genug Strom zu produzieren, um ein Smartphone aufzuladen. Eine vollständige Ladung kann bis zu 24 Stunden Sonnenlicht benötigen. Zum anderen möchte man das Smartphone normalerweise tagsüber (wenn die Sonne scheint) nutzen und nachts, während man schläft, laden.

Im Normalfall gilt – je größer das Solarpanel, desto schneller erfolgt die Ladung. Mit steigender Solarpanel-Größe steigt jedoch auch der Preis der Ladegeräte und die Mobilität bzw. Flexibilität nimmt ab. Welches das perfekte Solarladegerät ist, hängt also immer vom Budget und der gewünschten Kompaktheit des Geräts ab.

Eine Übersicht über bewährte Solarladegeräte mit und ohne Akku finden Sie auf unserer Solarladegeräte-Detailseite.

Kabellose Ladegeräte

Kabelloses LadegerätKabellose Ladegeräte, sogenannte “Wireless Charger”, ermöglichen es, das Smartphone ohne Verbindung mit einem Ladekabel zu laden. Hierzu wird das Prinzip der Induktion genutzt. Im Gegenteil zu den bisher vorgestellten Lösungen sind kabellose Ladegeräte jedoch auf eine Steckdose angewiesen.

Platziert man ein kabelloses Ladegerät am Arbeitsplatz, so wird das Smartphone jedes mal geladen, wenn man es auf den Schreibtisch legt. Dies ist zwar keine zu 100% mobile Lösung, jedoch lädt man sein Smartphone unbewusst wesentlich häufiger, da das leidige Ein- und Ausstecken des Ladekabels entfällt. Effektiv hält der Akku eines Smartphones somit auch länger. Hinzu kommt der gesteigerte Komfort beim Laden von Smartphone oder Tablet.

Damit ein Smartphone kabellos geladen werden kann, wird sowohl ein kabelloses Ladegerät als auch ein Empfänger aufseiten des Smartphones benötigt. Viele der neuen Smartphone besitzen mittlerweile einen solchen Empfänger. Für nicht unterstützte Geräte gibt es jedoch auch die Möglichkeit eine Empfangsmatte für kabelloses Laden nachzurüsten.

Derzeit kämpfen mehrere Techniken bzw. Systeme darum, der neue “Standard” für kabelloses Laden zu werden. Die beiden populärsten heißen: QI und Powermats.

Eine Übersicht kabelloser Ladegeräte finden Sie auf unseren Detailseiten zu kabellosen Ladegeräten.

QI

QI ist ein Standard für kabellose Ladetechnik des Wireless Power Consortiums. Die Energieübertragung funktioniert per elektromagnetischer Induktion. In gewissen Zügen gleich QI somit der Funktionsweise eines Induktionsherdes, der einigen Lesern sicherlich bekannt sein dürfte.

Der Vorteil an QI ist, dass sowohl etablierte Hersteller wie Nokia oder Google die Ladeempfänger direkt in ihren Smartphones verbauen, als auch die Herstellerunabhängigkeit bei der Wahl der Ladegeräte. Für Smartphones ohne eingbauten Empfänger können mit kostengünstigen Empfängerlösungen nachgerüstet werden.

Der Nachteil von QI, wie bei allen kabellosen Ladetechniken, ist die erhöhte Ladezeit, um eine vollständige Akkuladung zu erreichen.

Powermat

Powermat ist ebenso ein Standard zum kabellosen Laden, der sich in vielen Punkten mit QI ähnelt. Der Ladevorgang erfolgt ebenfalls per Induktion und auch für den Powermat-Standard gibt es bereits einige Geräte, die die Ladetechnik schon fest verbaut haben. Für viele nicht-kompatiblen Geräte gibt es auch hier Nachrüst-Lösungen.

Der größte Unterschied ist jedoch, dass Powermats einer einzelnen Firma, der Powermat Technologies Ltd., gehört und somit die Hoheit über Standard und Entwicklung nur einem Unternehmen obliegt.

Insgesamt ist Powermats im europäischen Bereich nicht so populär wie QI.

KFZ-Ladegeräte

KFZ-LadegerätWer viel mit dem Auto reist, für den stellt ein KFZ-Ladegerät eine gute Alternative dar, um sein Smartphone unterwegs zu laden.

Üblicherweise werden KFZ-Ladegeräte über einen Zigarettenanzünder-Anschluss an das 12V-Bordnetz des Autos angeschlossen und stellen dann einen oder mehrere USB-Anschlüsse zur Verfügung.

Preislich bewegen sich die Ladegeräte von wenigen Euros bis hin zu über 100€. Die Unterschiede liegen dabei nicht nur in der Größe und der Verarbeitung der Geräte, sondern auch in der technischen Umsetzung.

Prinzipiell sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass das Ladegerät sowohl ein gängiges Prüf- bzw. Gütesiegel hat und sauber verarbeitet ist.

Mehr Informationen zu KFZ-Ladegeräten und Invertern finden Sie auf unseren KFZ-Sonderseiten.

Inverter

KFZ-InverterEine Alternative zu einem reinen KFZ-Ladegerät stellen Inverter dar. Diese fallen jedoch nur indirekt in die Kategorie Smartphone- bzw. Tabletladegerät.

Ein Inverter wird am 12V-Anschluss des Autos angeschlossen und wandelt die Spannung in 220V um, welche der Inverter über eine eingebaute Steckdose zur Verfügung stellt. An diese Steckdose können dann grundsätzlich erst einmal handelsübliche Ladegeräte wie auch alle anderen Geräte mit Stecker angeschlossen werden.

Die einzige Einschränkung ist die Leistung, für die der Inverter ausgelegt ist. Auf dem Inverter selber befinden sich im Normalfall Leistungsangaben in Watt-Form (z.B. 70W). Dementsprechend sollte darauf geachtet werden, dass der angeschlossene Verbraucher nicht mehr Strom benötigt, als der Inverter liefern kann.

Im Vergleich zu reinen KFZ-Ladegeräten sind Inverter sowohl größer als auch teurer. Vernünftige Inverter bekommt man ab rund 40€. Dafür erkauft man sich mit einem Inverter aber auch eine höhere Flexibilität. So können zum Beispiel auch Notebook und Kamera unterwegs geladen werden.

Akkuhüllen und Akkucases

Smartphone LadehülleBei Akkuhüllen handelt es sich um externe Akkus, die in einer Smartphonehülle verbaut sind und direkt am Smartphone angeschlossen werden. Hierdurch trägt man den Zusatzakku direkt mit dem Smartphone bei sich, sodass die zusätzliche Leistung immer zur Verfügung steht.

Wem eine Powerbank zu unhandlich ist, der kann zum Beispiel auf solch ein Akkucase zurückgreifen.

Bedingt durch den geringeren Platz haben Akkuhüllen in den meisten Fällen jedoch auch eine geringere Kapazität als Powerbanks. Hinzukommt, dass die Akkuhüllen nicht zu den günstigsten Extras gehören, die man seinem Smartphone spendieren kann.

Das Verhältnis mAh (Akkukapazität) pro ausgegeben Euro ist bei Powerbanks wesentlich besser als bei Akkuhüllen.

Wer jedoch seinen Zusatzakku immer bei sich tragen möchte und Wert auf ein ästhetisches Äußeres legt, der greift zur Akkuhülle statt zur Powerbank, um die Laufzeit seines Smartphones zu erhöhen.

Eine Übersicht, passende Empfehlungen sowie eine Ladehüllen-Suche finden Sie auf unserer Detailseite zum Thema “Smartphone Ladehüllen”.

Ersatzakkus

Smartphone ErsatzakkuEine weitere Möglichkeit seinem Smartphone zu einer längeren Laufzeit zu verhelfen ist sich einen Ersatzakku zu beschaffen.

Zwar haben viele aktuelle Smartphones einen fest verbauten Akku, jedoch gibt es immer noch eine nicht zu verachtende Anzahl an Geräten, dessen Akku sich ohne großen Aufwand wechseln lässt.

Mit einem zweiten Akku kann die Laufzeit verdoppelt werden. Wer statt täglichem Akkuaustausch lieber nur eine längere Laufzeit hat, kann auch nach Akkus mit größerer Kapazität Ausschau halten. In vielen Fällen bietet der Hersteller des Smartphones noch Akkus mit etwas größerer Kapazität an – natürlich mit geringem Aufpreis.

Alternativ gibt es auch für fast jedes Smartphone-Modell Akkus von Drittherstellern. Hierbei sollte vor dem Kauf jedoch gut recherchiert werden. Lesen Sie ruhig 5-10 Rezensionen, bevor Sie einen Kauf tätigen, denn auf dem Drittherstellermarkt für Smartphone-Akkus tummeln sich einige schwarze Schafe, die minderwertig verarbeitete Technik zu Schleuderpreisen unter die Menge bringen. Eine Vorabrecherche ist deshalb in jedem Fall gut investierte Zeit.

Eine Übersicht verfügbarer Ersatzakkus finden Sie auf folgender Seite zur Ersatzakku-Suche.

Sonstige Ladetechniken und Gadgets

Neben den bisher vorgestellten, gängigen Methoden um Smartphones zu Laden und deren Akkulaufzeit zu verlängern, gibt es noch einige andere Produkte, die jedoch eher Exotenstatus haben.

Da wären zum Beispiel USB-Ladegeräte, die per schütteln oder über eine Kurbel Strom nach dem Generator-Prinzip erzeugen. Die Effizienz dieser Geräte hält sich jedoch in Grenzen, sodass Sie nur in den seltensten Fällen ihr Geld wert sind. Um 5 Minuten zu Telefonieren, müssen Sie zum Beispiel eine gute halbe Stunde an der kleinen Kurbel des Ladegeräts drehen.

Sinn macht das nur, wenn man zum Beispiel eine mehrtägige Reise außerhalb der Zivilisation und jedweden Stromnetzes plant. Oder als Geschenk mit dem “gewissen Etwas”.

Weiter gibt es Ladegeräte, die mit Wasserstoff (Brennstoffzelle), Wasserdampf und Hitze funktionieren. Mehr dazu finden Sie in unserem Blog, in dem wir in regelmäßigen Abständen über Neues aus den Themenbereichen Akkus und Ladetechniken berichten oder in unserer Liste mit ausgefallenen Ladegeräten.